Nach Monaten der Trockenheit: Oderteich ohne Wasser, aber Rekord für Wasserwerke

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Nach Monaten der Trockenheit: Oderteich ohne Wasser, aber Rekord für Wasserwerke

Der lang anhaltenden Trockenheit im Harz fällt nun auch die erste Talsperre zum Opfer. Der Wasserstand des Oderteiches ist in den letzten Tagen unter einen Füllgrad von 5% gefallen. Es ist damit zu rechnen, dass die Talsperre an diesem Wochenende als erste der sieben Harzer Talsperren vollständig trocken fällt.

Die Trinkwasserversorgung in Niedersachsen und Bremen – die Harzer Wasserwerke sind deren größter Lieferant – ist von der Austrocknung des Oderteiches nicht betroffen. Denn das Wasser des 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser fassenden Oderteiches wird ausschließlich für den Betrieb von Wasserkraftwerken genutzt. Zuletzt war der Oderteich im sogenannten Jahrhundertsommer 2003 trockengefallen – abgesehen von einer absichtlichen Leerung vor 2 Jahren für eine Sanierung der Staumauer.

Die Harzer Wasserwerke haben indes einen Rekordmonat zu vermelden: Im Juli 2018 wurden über 10 Millionen Kubikmeter Wasser geliefert. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 7 Millionen.

Und das, obwohl auch die Wetterlage im negativen Sinn rekordverdächtig ist: Von Februar bis Ende Juli wurden für den gesamten Oberharz im Mittel nur 297 Millimeter Regen gemessen – so wenig wie nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen der Harzer Wasserwerke seit 1857. Am wenigsten Regen fiel in Clausthal-Zellerfeld, an der dortigen Messstation wurden lediglich 19 Millimeter verzeichnet.

Im Übrigen machen sich auch die ungewöhnlich lange Sonnenschein-Dauer und die hohen Temperaturen negativ bemerkbar. Nach Schätzungen der Harzer Wasserwerke lösen sich durch Verdunstung täglich allein 50.000 Kubikmeter sprichwörtlich in Luft aus. Eine Menge, die täglich immerhin für die Versorgung von 400.000 Menschen ausreicht.

Die Trinkwasserversorgung durch die Harzer Wasserwerke ist allerdings nicht gefährdet. Denn noch sind die Talsperren mit durchschnittlich 55% ausreichend gefüllt.

Auch der Oker-Stausee direkt unterhalb des Sporthotel Schulenberg führt noch genügend Wasser. Obwohl pro Sekunde 1.420 Liter Wasser aus-, aber nur 130 Liter zufließen, ist der Stausee noch zu 45% befüllt. Der Betrieb der Okersee-Schifffahrt mit den Anlegepunkten Vorstaumauer, Weißwasserbrücke und Hauptsperrmauer sowie Schulenberg läuft daher uneingeschränkt weiter.