Weiterhin geringe Niederschläge: Unter-Schulenberg wieder aus den Fluten aufgetaucht

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Weiterhin geringe Niederschläge: Unter-Schulenberg wieder aus den Fluten aufgetaucht

Bereits Anfang Juni hatten wir – nach sommerhaftem Frühlingswetter – an dieser Stelle über den geringen Wasserstand der Harzer Talsperren berichtet. Damals waren, trotz des vielen Schnees im vergangenen Winter, die Pegelstände bereits drastisch gefallen. Nach dem Jahrhundertsommer und einem goldenen Herbst mit ebenfalls kaum nennenswerten Niederschlägen sind die Wasserstände kontinuierlich weiter gesunken. In der Okertalsperre, die im Juni noch zu 60% gefüllt gewesen ist, beträgt die Füllmenge des Stausee seit einigen Tagen weniger als 23% – Tendenz weiter fallend.

Kapitän Jonas Römermann, der auf der Okertalsperre eine Linienschifffahrt betreibt, muss viele Jahrzehnte zurückdenken, das der Okerstausee zu letzten Mal derartig leer gewesen ist: „1960 – vier Jahre nach der Inbetriebnahme – war die Talsperre ebenfalls nur noch knapp über 20% gefüllt.“ Und wie damals sind auch heute Rest der alten Ortschaft Unterschulenberg, die 1956 bei Flutung der Talsperre am Grund des Stausees verschwunden sind, wieder aus den Fluten aufgetaucht. Römermann: „Ein sicherlich nicht alltägliches Schauspiel, das einen Ausflug in den Harz lohnt“

Die Okersee-Schifffahrt ist derzeit vom geringen Wasserstand jedoch nicht direkt betroffen, da der Linienverkehr Ende Oktober in die Winterpause gegangen ist. Da für die kommenden Wochen trotz kühlen Herbstwetters jedoch weiterhin kaum Niederschläge erwartet werden, sind angesichts der derzeitigen Wasserstände die Sonderfahrten in der Vorweihnachtszeit noch nicht gesichert. Auch wenn die MS AquaMarin einen sehr geringen Tiefgang aufweist. Denn derzeit fließen 1.400 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Okerstausee ab, aber nur 840 Liter neu hinein.

Die Wasserversorgung in Niedersachsen ist vom geringen Wasserstand des Okerstausees jedoch nicht betroffen – die Talsperre wird ausschließlich zur Stromgewinnung genutzt.